Der Humanist

Der Humanismus, die geistig-kulturelle Bewegung der Renaissance, ist Abwendung von scholastischer Beengung und Entdeckung der lebensbejahenden, selbstbewussten menschlichen Individualität, orientiert am antiken griechisch-römischen Bildungsideal. In diesem Sinne ist Paracelsus kein Humanist. Zwar bleibt er von dieser bedeutsamen geistig-kulturellen Strömung nicht unbeeinflusst, aber der Humanismus der Renaissance berührt nur eine kleine Schicht Gebildeter. Paracelsus jedoch lernt in seinem kurzen Leben die seelisch-geistige und körperliche Not Tausender kennen. Er gewinnt die Gewissheit, dass nur eine humanitas auf einem umfassenderen Fundament die Menschheit zu neuen Ufern bringen kann. Mit seiner Überzeugung, dass die Seligkeit alles menschlichen Wirkens im Dienste am Mitmenschen beruht, erweist sich Paracelsus als Vertreter einer Menschlichkeit, in deren Zentrum die Liebe zum Nächsten steht.

DER HUMANIST Paracelsus sehnt sich nach einer menschlichen Gesellschaft in Gerechtigkeit, Güte und Würde.

Alterius non sit, qui suus esse potest.

Wer in sich selber kann bestahn, gehöre keinem andern an.
Wahlspruch des Paracelsus