Sorben und Deutsche

Bericht über die Internationale Tagung des Sorbischen Institus und der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften e. V. (OLGdW) am 14./15.11.2014 in Bautzen unter dem Thema:

Sorben und Deutsche: Heimat Lausitz – fremde Lausitz

Die für zwei Tage konzipierte Fachtagung zu besuchen, war mir nur am Eröffnungstag möglich.
Der Präsident der OLGdW, Herr Dr. Steffen Menzel und der Direktor Sorbisches Museum, Herr Prof. Dr. Dietrich Scholze eröffneten diese im Sorbischen Museum, Bautzen. Ein Grußwort der DOMOWINA (Bund Lausitzer Sorben e. V.) verlas deren Präsidiumsmitglied Dawid Statnik. Die DBG ist der OLGdW seit Jahren freundschaftlich verbunden und nimmt häufig an der Herbsttagung teil.

Tagungsprogramm
Titelseite des Tagungsprogramms

Es ergeben sich immer wieder Möglichkeiten des Gedankenaustausches auf Vorstandsebene aber auch Kontakte zu Referenten und deren Vortragsthemen, die mit dem Gesellschaftsziel der DBG korrespondieren und in die Bildungsarbeit mit einbezogen werden konnten und können.
Das dicht konzipierte Programm zu den „Historischen Grundlagen“ am Nachmittag und Abend ließ in diesem Jahr kaum Zeit für Kontakte. Es spannte den Bogen von der sorbischen Besiedlung der beiden Lausitzen (Ober- und Niederlausitz) im 7. bis 9. Jahrhundert durch die aus Südosteuropa einwandernden slawischen Stämme in den seinerzeit unbesiedelten alemannischen Raum, über die Landnahmen im Zeitalter der Christianisierung des Ostens im 11. bis 13. Jahrhundert bis hin zu den Bevölkerungsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Grußwort des Oberbürgermeisters von Bautzen, Herrn Christian Schramm, schloss sich im zweiten Teil ein beeindruckender Vortrag von Frau Prof. Dr. Beate Mitzscherlich, Westsächsische Hochschule Zwickau, an. Das Thema lautete:
Dimension Heimat versus Globalisierung?
Mehr aus psychologischer denn aus historischer Sicht zeigte sie fesselnd und anschaulich die Vielschichtigkeit der Wirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft von „vorhandener“, „verlorener“ oder „zu gestaltender“ Heimat.
Aktuelle Forschungsergebnisse der vergangenen 24 Jahre, das „Wanderungsverhalten“ der sorbischen Jugend betreffend, schlossen den Themenkreis.
Die Themen für den Sonnabend waren Religion und Kirche, Sorbisches Ethnikum und Gesellschaft sowie sorbische Kunst.
Die Aktualität des Themas unter dem Aspekt des geeinten Europas, jüngster rechtsextremistischer Ausschreitungen in der Lausitz aber auch der weltweiten Flüchtlinsproblematik zu verdeutlichen, war erweitertes Anliegen der Veranstaltung.

Im Auftrag der DBG

Matthias Kummer, stellvertretender Vorsitzender